Die Historie der „Forscher-Füchse“

Die Verbindung des Kindergartens „Flohkiste“ am Bonner HARIBO-Standort mit unserem Stifter wurde jahrzehntelang beidseitig gepflegt. So erhielt Dr. Hans Riegel zu jedem Geburtstag ein Ständchen und einen selbstgebackten Kuchen. Im Gegenzug waren die Kinder oft die ersten, die neue HARIBO-Kreationen probieren durften.

Auch nach dem Tod von Dr. Hans Riegel führen wir diese Zusammenarbeit fort.
Der im Frühjahr 2017 eröffnete Neubau der Kindertagesstätte „Flohkiste“ auf dem HARIBO Werksgelände in Bonn-Kessenich ist ein Gemeinschaftsprojekt der Elterninitiative Flohkiste e.V., der Dr. Hans Riegel-Stiftung und der HARIBO Unternehmensgruppe.

Die Dr. Hans Riegel-Stiftung übernahm die Gestaltung des vergrößerten Außengeländes sowie die Einrichtung eines Forscherraums zur Stärkung des MINT-Bereiches der Kita. Neben der materiellen Förderung unterstützt die Stiftung auch das Personal vor Ort mit verschiedenen Maßnahmen in ihrer Arbeit – u. a. mithilfe externer Fachkräfte. Zwei kostenlose Fortbildungen jährlich organisiert die Dr. Hans Riegel-Stiftung zusätzlich für pädagogische Fachkräfte der Region und fördert so indirekt auch andere Einrichtungen.

In der Zusammenarbeit mit der „Flohkiste“ sind die Herausforderungen für Kitas und der Wandel im Betreuungssystem deutlich geworden. Wir finden es wichtig, Einrichtungen auf diesem Weg zu begleiten und nachhaltig zu unterstützten. Vor diesem Hintergrund wurde das Förderprogramm „Forscher-Füchse“ ins Leben gerufen, um Kitas zu bestärken, den Bereich der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik im eigenen Profil zu integrieren beziehungsweise weiterzuentwickeln. 

Das Förderprogramm

Wir glauben, dass sehr gute Rahmenbedingungen notwendig sind, um Kinder im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu unterstützten. Kitas sind im Wandel und aktuell wird an vielen Stellschrauben zur Verbesserung des Kinderbetreuungssystems gedreht. Aus diesem Grund fördern wir bundesweit drei Jahre lang Kindertageseinrichtungen kleiner Träger mit je bis zu 30.000 €. Dabei unterstützten wir Kitas, die im Rahmen des bestehenden Profils den eigenen MINT-Bereich stärken möchten. Dieser Prozess gelingt nicht allein mit einer einmaligen Spende. Aus diesem Grund stimmen wir über den gesamten Förderzeitraum den Bedarf mit allen Beteiligten der Einrichtung ab und finden individuelle Lösungen. Dafür bieten wir ein Förderprogramm an, welches die Einrichtung innerhalb von drei Jahren zu einem Leuchtturm der frühkindlichen MINT-Bildung in der Region machen soll.

Die Bewerbung um das Förderprogramm „Forscher-Füchse“ ist alle drei Jahre möglich. Die nächste Bewerbungsrunde startet voraussichtlich Ende 2021. Nähere Informationen finden Sie zu gegebener Zeit auf unserer Homepage. Bei Fragen zum Förderprogramm senden Sie uns gerne eine E-Mail.
 

Die drei säulen des Förderprogramms

1. Materielle Aufwertung

Wir unterstützen Sie mit bis zu 10.000 € bei der Anschaffung von neuen Geräten / Spielmaterialen oder der Umgestaltung bestehender Bereiche. Unsere Bedingung ist, dass diese Investition in ein Konzept der MINT-Förderung eingebunden wird und somit auch als Unterstützung der Kinder im mathematischen, naturwissenschaftlichen oder technischen Bereich verstanden werden kann. Von der Anschaffung von Hochbeeten, der Umgestaltung des Außengeländes bis hin zur Matschanlage kann vieles für die Bedürfnisse der Kinder passend sein. Wenn Ihre Idee ins pädagogische Konzept eingebettet ist, kann sie auch von uns finanziert werden.

2. Qualifizierung und entlastung des Personals

Ihr Erzieher/innen-Team kann nur dann die Kinder beim Forschen und Entdecken begleiten, wenn genug Personal vor Ort und dieses ggf. auch entsprechend fortgebildet ist. Wir organisieren für Sie zwei Fortbildungstage pro Jahr. Darüber hinaus beauftragen wir in Absprache mit Ihnen externe Fachkräfte der Region zur Unterstützung Ihres Teams. Dies kann der Waldpädagoge sein, der mit den Vorschulkindern einmal wöchentlich Ausflüge macht. Aber auch die Physikerin, welche mit den Kindern experimentiert und forscht, wäre mit dem Budget zu engagieren. Sie kennen den Bedarf und ggf. auch die Ressourcen vor Ort am besten und können sich einbringen!

3. Fokussierung und nachhaltige Sicherung

Diese Maßnahmen sollen auch langfristig die Einrichtung aufwerten und ihr Profil schärfen. Insofern sind eine Weiterentwicklung des bestehenden pädagogischen Konzepts, eine wissenschaftliche Begleitung des Programms und ein Netzwerkaufbau vor Ort für uns wesentliche Merkmale erfolgreicher Förderung. Auch hier werden wir Sie umfassend unterstützen und beraten. Wichtig ist uns zudem ein jährlicher Austausch der geförderten Einrichtungen sowie weiterer Experten, der anhand eines Kita-Kongresses stattfinden wird. 

DIE JURY

Die Auswahl der fünf Preisträger-Kitas wird durch unsere „Forscher-Füchse“-Jury  vorgenommen. Die Jurymitglieder bringen dabei ihre jeweilige Expertise und einen individuellen Blick auf den Kitabereich mit. Die Entscheidung wird anhand der eingegangenen Bewerbungsunterlagen, mit Hilfe der Besuchsprotokolle der einzelnen Einrichtungsbesuche und der Ergebnisse des Online-Votings getroffen.     

Martin Künstler

Fachgruppenleiter Kinder und Familie beim Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW

Die Entwicklung der Qualität der Bildungsarbeit im Elementarbereich liegt mir sehr am Herzen. Die Perspektive der Kinder muss dabei der zentrale Bezugspunkt sein. Bei der Ausgestaltung der MINT-Bildungsbereiche ist noch viel zu tun. Dass die Stiftung Einrichtungen dabei fördern will, finde ich großartig.

Sebastian Tittelbach

Journalist und freier Mitarbeiter des WDR

Schuld hat wahrscheinlich mein Opa. Er hat mir in seiner Kellerwerkstatt eine Menge gezeigt: Wie man bohrt, lötet oder schweißt, wie ein Multimeter und eine Dampfmaschine funktionieren. In der Grundschule war Sachkunde deshalb mein Lieblingsfach, später habe ich Technikjournalismus studiert. Die Forscher-Füchse der Dr. Hans Riegel-Stiftung wollen in Kitas das erreichen, was meinem Opa in seiner Werkstatt gelungen ist: Jungen Entdeckern Lust auf MINT-Fächer zu machen. Da mache ich gerne mit.

Prof. Dr. Claudia Solzbacher

Professorin an der Universität Osnabrück, Institut für Erziehungswissenschaft

Ich bin seit Jahren in der Begabungsförderung tätig und weiß, dass die MINT-Förderung so früh wie  möglich begonnen werden muss. Wir können in den Kitas wichtige Grundlagen legen für eine verbesserte Motivation in der Schule und Interesse wecken, welches hoffentlich lange trägt und im besten Fall auch besondere Begabungen zum Vorschein bringt.  Mir gefällt an dem Konzept der Dr. Hans Riegel Stiftung besonders, dass hierbei aus den einschlägigen Studien gelernt wurde, die nämlich ganz deutlich machen, dass derartige Projekte in der Praxis dann am besten funktionieren, wenn Träger, Leitung sowie Mitarbeiter(innen) und Eltern an einem Strang ziehen.

Katja Wegner-Hens

Sprecherin der Bundeselternvertretung der Kinder in Kitas

Wir brauchen in der Kindergartenlandschaft kreative sowie innovative und auch nachhaltige Ideen, die ein positives Vorbild darstellen. Einen besonderen Fokus lege ich dabei auf partizipationsorientierte Projekte und Konzeptionen, da die Förderung von Kooperationen, Vernetzungen und Partizipation perspektivisch primäre Aufgabe sein wird, um eine gelingende und ganzheitliche Ressourcenorientierung zu fördern und zu stärken. Gerade der MINT Bereich setzt dort an, wo kindliche Neugier entsteht. Gerechte Bildungschancen für alle sollten dabei primär das Ergebnis sein.

Norbert Schäfer

Landschaftsarchitekt mit dem Schwerpunkt Kita

Als Jurymitglied möchte ich dazu beitragen, Kindertagesstätten mit großem MINT-Potenzial zu ermitteln, die dieses durch die Förderung der Dr. Hans Riegel-Stiftung entfalten können und zu einem Leuchtturm in der lokalen Kita-Landschaft werden.

Marco Alfter

Geschäftsführer der Dr. Hans Riegel-Stiftung

Im Kita-System warten viele Herausforderungen, die einen neuen Ansatz der Förderung notwendig machen. Nur wenn alle Beteiligten, von Träger über Leitung, Mitarbeiter(innen) und Eltern an einem Strang ziehen, ist eine erfolgreiche Weiterentwicklung möglich. Für mich hat diese mehrschichtige Förderung eine große Bedeutung. Nur so haben die Kitas die Chance, ein „MINT-Leuchtturm“ der Region zu werden.